Die Dschizya Steuer für Nicht-Muslime

كتب: übersetzt und adaptiert von ayman scharaf

Die Dschizya Steuer für Nicht-Muslime

Die Dschizya Steuer für Nicht-Muslime

In seiner Studie “Hat die Dschizya nicht-Muslimen gezwungen, zum Islam zu konvertieren?“ erklärte Khaled Harbi, Direktor des „Islamischen Marsad“, dass die Auferlegung der Dschizya eine der Streitfragen, die von Missionaren und Orientalisten aufgewirbelt werden, ist. Diese Regelung wurde derart missverstanden und falsch erklärt, dass gar die Nicht-Muslime denken, sie würden eine religionsgestützte Diskriminierung erfahren. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Alle Dschizya-Beträge sind für jene eine finanzielle Verpflichtung, die keine Zakâ zu zahlen brauchen, wobei das Werteverhältnis zwischen diesen beiden Steuerarten 1:1 ist. Es ist offensichtlich, dass die Dschizya lediglich eine von islâmischen Regierungen verwendete Methode ist, um sicherzustellen, dass wirklich jedermann seinen Anteil an Steuern zahlt.

Der ägyptische Forscher Harbi sagt, dass einige westliche Soziologe, zum Beispiel der französische Philosoph Baron de Montesquieu, fanden die Dschizya ganz gerecht und hatte den Islam, sich zu verbreiten, geholfen. Harbi zitiert von dem berühmten Historiker Thomas W. Arnold, der in seinem Buch „Der Ruf zum Islâm“ schreibt: „Diese Steuer wurde den Christen nicht als Strafe für ihre Ablehnung des muslimischen Glaubens auferlegt, so wie manch einer denken mag, sondern sie wurde gemeinsam von allen Dhimmîs (nicht-muslimischen Staatsbürgern) gezahlt, deren Religion sie davon ausschloss, in der Armee zu dienen. Als Gegenleistung gewährte ihnen der Herrscher durch das muslimische Heer Schutz. Als die Menschen von Hîra (im Irak) die vereinbarte Summe abgaben, sagten sie ausdrücklich, dass sie die Dschizya nur unter der Bedingung zahlen, dass: ‚…die Muslime und ihre Führer uns vor denen schützen, die uns unterdrücken wollen, seien sie Muslime oder andere.’“[Quote_1]

Der Schweizer Orientalist, Adam Metz, schrieb in “Islamic Civilization in the Fourth Century of the Hegira” (Auswanderung): “Da das islamische Gesetz speziell für Muslime galt, gestattete der islamische Staat den Menschen anderer Religionszugehörigkeit, ihre eigenen Gerichtshöfe. Was wir über diese Gerichtshöfe wissen, ist, dass es kirchliche Gerichte waren und bekannte spirituelle Führer waren die obersten Richter. Sie schrieben eine Menge Bücher über das kononische Recht und ihre Entscheidungen waren nicht nur auf Fragen des persönlichen Status beschränkt. Sie enthielten auch Probleme wie Erbschaft und viele der Rechtsstreitigkeiten unter Christen hatten nichts mit dem Staat zu tun.” Wie andere Historker schrieb Metz auch: Zahlungspflichtig für Dschizya waren erwachsene, geistig und körperlich gesunde und zahlungsfähige Männer. Frauen, Kinder und Bettler, aber auch Mönche armer Klöster waren Dschizya-frei.

Adam Metz, Der Schweizer Orientalist, schrieb in “Islamic Civilization in the Fourth Century of the Hegira” (Auswanderung): “Da das islamische Gesetz speziell für Muslime galt, gestattete der islamische Staat den Menschen anderer Religionszugehörigkeit, ihre eigenen Gerichtshöfe. Was wir über diese Gerichtshöfe wissen, ist, dass es kirchliche Gerichte waren und bekannte spirituelle Führer waren die obersten Richter. Sie schrieben eine Menge Bücher über das kononische Recht und ihre Entscheidungen waren nicht nur auf Fragen des persönlichen Status beschränkt. Sie enthielten auch Probleme wie Erbschaft und viele der Rechtsstreitigkeiten unter Christen hatten nichts mit dem Staat zu tun.” Wie andere Historker schrieb Metz auch: Zahlungspflichtig für Dschizya waren erwachsene, geistig und körperlich gesunde und zahlungsfähige Männer. Frauen, Kinder und Bettler, aber auch Mönche armer Klöster waren Dschizya-frei.

Auch die deutsche Schriftstellerin Siegrid Hunke betrachtete in ihrem Buch „Die islamische Kultur in Europa“, Aufblühen des Islam für doppelt so stark wie das der griechischen Zivilisation. Sie ist davon überzeugt, dass die Muslime sehr viel direkter und vielseitiger als die Griechen die westliche Welt beeinflusst haben und äußert die Hoffnung: „Vielleicht wird wie in der vergangenen Geschichte, als die Muslime das Bild der Erde veränderten, wiederum in nächster Zeit unser Schicksal in engster Weise von ihnen abhängen.“[Quote_2]

Noch weiter erklärt Harbi, dass die Muslimen die Auferlegung der Dschizya nie erfunden. Davor haben die Perser, Mazedonier, Griechen und Römer eine Kopfsteuer aufgeregelt, bei der jeder Steuerpflichtige den gleichen absoluten Steuerbetrag zahlt – ohne Berücksichtigung persönlicher Verhältnisse wie Einkommen, Vermögen, Familienstand, Leistungsfähigkeit, usw. Dann kamen die Juden und Christen, die eine Art Steuer von den eroberten Völkern gesammelt. Und im Islam schrieb Châlid ibn Al-Walîd -möge Allah mit ihm zufrieden sein- in seinem Vertrag mit den Einwohnern einiger Städte nahe Al-Hîra nieder: „Wenn wir imstande sind, euch zu beschützen, gebührt uns die Sammlung der Dschizya. Ansonsten gewähren wir euch keinen Schutz.“

Die Ernsthaftigkeit, mit der die Muslime sich an ihre Verträgen mit den Nicht-Muslimen hielten, wird durch das folgende Ereignis verdeutlicht. Während der Herrschaft des zweiten Kalifen ’Umar ibn Al-Chattâb -möge Allah mit ihm zufrieden sein- stellte der römische Kaiser Heraklios eine riesige Armee auf, um die muslimischen Streitkräfte zurückzuwerfen. Daher waren die Muslime dazu verpflichtet, sich auf ihre Leistungen in der Schlacht zu konzentrieren.

Laut der Studie: Als der Befehlshaber der Muslime, Abû ’Ubayda -möge Allah mit ihm zufrieden sein- diese Neuigkeiten hörte, schrieb er seinen Offizieren in allen eroberten Städten Syriens und befahl ihnen, den Schutzbefohlenen die Dschizya zurückzugeben, die man in jenen Städten erhoben hat. Er sagte öffentlich dazu: „Wir geben euch euer Geld zurück, denn wir wissen, dass der Feind seine Truppen gesammelt hat. Gemäß den im Vertrag vereinbarten Bedingungen habt ihr uns dazu verpflichtet, euch zu beschützen. Da wir jedoch momentan nicht in der Lage sind, diese Bedingungen zu erfüllen, geben wir euch zurück, was ihr uns bezahlt habt. Wir werden uns an die Bedingungen im Vertrag halten, wenn Allâh uns hilft, die Feinde vernichtend zu schlagen.“

Daher wurde ein großer Betrag aus der Staatskasse entnommen und den Christen übergeben, worüber sie sich sehr freuten. Sie beteten und segneten die muslimischen Befehlshaber. Sie riefen ihnen zu: „Möge Allâh euch helfen, eure Feinde zu besiegen und unversehrt zu uns zurückzukehren. Wäre der Feind an eurer Stelle, hätte er niemals etwas zurückgegeben. Vielmehr hätte er sogar alles genommen, was uns an Besitz verblieb!“

Die Dschizya wurde auch jenen muslimischen Männern auferlegt, die es sich leisten konnten, sich vom Militärdienst zu befreien. Wenn sich umgekehrt eine christliche Gruppe dafür entschied, in der Staatsarmee zu dienen, so wurde sie von der Dschizya befreit. Historische Belege hierfür gibt es im Überfluss: die Dscharâdschima, ein christlicher Stamm nahe Antiochiens (in der heutigen Türkei), die sich dazu verpflichteten, die Muslime zu unterstützen und an der Front zu kämpfen, mussten keine Dschizya entrichten und waren berechtigt, an der Kriegsbeute teilzuhaben. Als die islamischen Eroberungen im Jahre 22 nach der Hidschra Nordpersien erreichten, wurde ein ähnlicher Vertrag mit einem Stamm nahe den Grenzen dieser Gebiete vereinbart. Sie wurden ebenfalls aufgrund ihrer militärischen Dienste von der Dschizya befreit.

Andere Beispiele sind während des Osmanischen Reiches zu finden: die Migaris, eine Gruppe albanischer Christen, wurden von der Dschizya befreit, da sie sich dazu verpflichteten, die Bergketten Kithairon und Geraned (erstrecken sich zum Golf von Korinth), zu bewachen. Christen, die als Vorhut für die türkische Armee dienten, wenn es um Straßenreparaturen, Brückenbau und ähnliches ging, wurden ebenfalls befreit. Als Belohnung erhielten sie Land und eine Befreiung von allen Steuern.

Die Christen aus Hydra wurden von der Steuer befreit, als sie zustimmten, eine Gruppe von 250 starken Männern der muslimischen Flotte zu versorgen. Die Armatolis, Christen aus Südrumänien, wurden ebenfalls von der Steuer befreit, da sie im 16. und 17. Jh. eine wichtige Rolle in der türkischen Armee innehatten. Die Mirdites, ein albanisch-katholischer Klan, der in den Bergen von Nordskutari lebte, wurden unter der Bedingung von der Dschizya befreit, dass sie in Kriegszeiten ein bewaffnetes Bataillon zur Verfügung stellten.

Dr. Abdel-Maqsod El-Basha, Leiter der islamischen Geschichteund Zivilisation an der UniversitätAl-Azhar antwortet die Frage: Wie haben sich die Muslime gegenüber den Menschen der von ihnen eroberten Länder verhalten? Er sagt, dass die Verhaltensweise der Muslime gegenüber den Menschen der eroberten Länder war völlig klar von den rechtgeleiteten Kalifen vorgeschrieben:

„Bewahrt immer die Gottesfurcht in euren Herzen, erinnert euch, dass ihr zu nichts fähig seid, ohne Seine Gunst. Vergesst nicht, dass der Islâm eine Berufung von Frieden und Liebe ist. Nehmt euch den großzügigen Propheten als Vorbild für Tapferkeit und Frömmigkeit. Zerstört weder Obstbäume noch fruchtbare Felder auf euren Wegen. Seid gerecht, und verschont die Gefühle der Besiegten. Respektiert alle religiösen Menschen, die in Klausen und Klöster leben und verschont ihre Gebäude. Tötet keine Zivilpersonen. Verstoßt nicht gegen die Keuschheit der Frauen und die Ehre der Eroberten. Fügt den alten Menschen und den Kindern keinen Schaden zu.“[Quote_3]

„Nehmt nirgendwo Geschenke der Zivilbevölkerung an. Quartiert eure Soldaten und Offiziere nicht in den Häusern der Zivilbevölkerung ein. Vergesst nicht, eure täglichen Gebete zu verrichten. Fürchtet Gott. Erinnert euch daran, dass der Tod bei jedem von euch zwangsläufig irgendwann eintreten wird, sogar wenn ihr tausende von Meilen vom Schlachtfeld seid; seid deswegen immer bereit, dem Tod gegenüber zu stehen.

Der folgende historische Abschnitt, in dem Balâdhurî, ein bekannter muslimischer Historiker, darüber erzählt, wie zufrieden die einheimischen Völker mit ihren muslimischen Eroberern waren, ist von großer Bedeutung:

Als Heraklius seine Truppen gegen die Muslime zusammenballte, und die Muslime hörten, dass seine Truppen kommen werden, um sie zu treffen, zahlten sie den Einwohnern von Hims ihre Schutzgebühr zurück, die sie von ihnen genommen hatten, indem sie sagten:

„Wir sind zu beschäftigt, um euch zu unterstützen und zu beschützen. Passt auf euch auf.“ Aber die Leute von Hims (ein Gebiet des heutigen Syrien) antworteten: „Wir mögen eure Herrschaft und eure Gerechtigkeit weitaus mehr als den Unterdrückungsstaat und die Gewaltherrschaft, in der wir waren. Gewiss müssen wir die Armee von Heraklius mit eurer Hilfe von der Stadt zurückschlagen.“

Die Juden sprangen auf und sagten: „Wir schwören bei der Thora, kein Hauptmann von Heraklius wird die Stadt von Hims betreten, bis wir besiegt werden und entkräftet sind.“ Nachdem sie das gesagt hatten, schlossen sie die Tore der Stadt und bewachten sie. Die Einwohner anderer Städte – Christen und Juden – die sich ergaben, taten Gleiches. Als, durch Gottes Hilfe, die Ungläubigen besiegt wurden und die Muslime gewannen, öffneten sich die Tore der Städte, Menschen traten hinaus mit Sängern und Musikern und zahlten die Schutzgebühr."

Vor mehr als 150 Jahre wurde die Dschizya in Ägypten gestoppt. Unter dem Khedive Abbas wurde das Land im Jahr 1856 ein säkularer Staat und alle Staatsbürger seien in Armee zu dienen verpflichtet. So wurde die Dschizya sinnlos.